Der Dienstplan kommt wieder erst am Freitag. In der Assistenz springen Sie seit Monaten zwischen drei Zimmern, und das Gespräch über die Prophylaxe-Fortbildung wurde schon zweimal verschoben. Wer als ZFA über einen Praxiswechsel nachdenkt, hat dafür oft mehrere Gründe zugleich.
Damit die nächste Stelle besser passt, lohnt ein Vergleich in fünf Punkten: Aufgaben, Arbeitszeiten, Einarbeitung, Team und Fortbildung. Alle fünf lassen sich vor der Zusage klären.
Aufgabenverteilung: Wer macht was?
Der Beruf ist breit angelegt. Die Ausbildungsordnung nennt unter anderem die Assistenz bei Behandlungen, Hygienemaßnahmen und die Aufbereitung von Medizinprodukten, Röntgen, die Mitwirkung an der Prophylaxe, die Praxisorganisation und die Abrechnung. Einen Überblick über das Berufsbild gibt auch das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit.
Wie diese Aufgaben verteilt werden, regelt jede Praxis anders. In manchen Teams hat jede ZFA einen festen Bereich, in anderen wird regelmäßig gewechselt. Überlegen Sie vorab, was Ihnen mehr liegt, und fragen Sie, wie viel Zeit auf die Stuhlassistenz, den Empfang, die Aufbereitung und die Verwaltung entfällt und ob sich das im Lauf der Zeit ändern kann. Haben Sie eine Fortbildung abgeschlossen, etwa in der Prophylaxe, klären Sie, ob Sie in diesem Bereich auch eingesetzt werden.
Arbeitszeiten genau vergleichen
Die Wochenstunden allein sagen wenig über den Alltag. Wichtig sind auch die Öffnungszeiten, ein mögliches Schichtmodell, Spät- oder Samstagsdienste und der Vorlauf, mit dem der Dienstplan feststeht. Klären Sie auch, wie Überstunden erfasst und ausgeglichen werden und wie die Urlaubsplanung läuft: nach Absprache im Team oder mit festen Betriebsferien.
Vor dem Praxiswechsel: Was eine Stellenanzeige verraten sollte
Vieles davon sollte schon in der Anzeige stehen. Eine aussagekräftige Ausschreibung nennt den Stundenumfang und den zeitlichen Rahmen, beschreibt die Aufgaben konkret und sagt, auf welchem Weg man sich bewirbt.
Wie das aussehen kann, zeigt eine konkrete ZFA-Stellenausschreibung einer Zahnarztpraxis. Sie zählt die Aufgaben vom Empfang über die Vorbereitung des Behandlungsraums bis zur Assistenz am Stuhl auf, nennt Wochenstunden und Schichtrahmen und gibt zwei Bewerbungswege an. Fehlen solche Angaben in einer Anzeige, gehören sie auf Ihre Frageliste.
Einarbeitung in der neuen Praxis
Auch mit Berufserfahrung ist jede Praxis neu: andere Software, andere Abläufe in der Aufbereitung, ein anderes Bestellsystem. Fragen Sie, ob es einen Einarbeitungsplan und eine feste Ansprechperson gibt und wie lange Sie zunächst mitlaufen. Erkundigen Sie sich auch nach der Praxissoftware und nach schriftlichen Arbeitsanweisungen, zum Beispiel dem Hygieneplan. An einem Probearbeitstag erleben Sie Tempo, Ton und Organisation selbst.
Halten Sie außerdem Ihre Nachweise bereit, etwa über die Kenntnisse im Strahlenschutz und über abgeschlossene Fortbildungen. Dann lässt sich früh klären, welche Aufgaben Sie von Anfang an übernehmen können.
Teamorganisation: Wie wird zusammengearbeitet?
Fragen Sie nach der Arbeitsweise im Team. Wie viele Behandlerinnen und Behandler gibt es, und wird in festen Paaren assistiert? Finden regelmäßig Teambesprechungen statt? Wer erstellt den Dienstplan, und wie wird ein Ausfall durch Krankheit aufgefangen? An den Antworten erkennen Sie, ob Zuständigkeiten klar geregelt sind.
Fortbildung und Entwicklung
Für ZFA gibt es mehrere Aufstiegsfortbildungen, zum Beispiel zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistenz (ZMP), Fachassistenz (ZMF), Verwaltungsassistenz (ZMV) oder zur Dentalhygienikerin (DH). Ob eine Praxis das unterstützt, klären drei Fragen. Werden Sie für Kurstage freigestellt? Beteiligt sich die Praxis an den Kosten, und ist daran eine Bindung geknüpft? Gibt es nach dem Abschluss tatsächlich das passende Aufgabengebiet?
Weitere Anregungen dazu, wie Sie im Job vorankommen, finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Checkliste für das Vorstellungsgespräch
- Welche Aufgaben übernehme ich überwiegend, und wie fest ist diese Aufteilung?
- Wie sehen die Arbeitszeiten in einer normalen Woche aus, einschließlich Spät- und Samstagsdiensten?
- Wie früh steht der Dienstplan fest, und wie werden Überstunden ausgeglichen?
- Wie läuft die Urlaubsplanung?
- Gibt es einen Einarbeitungsplan und eine feste Ansprechperson?
- Ist ein Probearbeitstag möglich?
- Wie ist das Team aufgebaut, und wie oft gibt es Besprechungen?
- Welche Fortbildungen sind möglich, und wie werden Zeit und Kosten geregelt?
- Welche Unterlagen und Nachweise soll ich mitbringen?
Notieren Sie sich die Antworten direkt nach dem Gespräch, dann lassen sich mehrere Angebote später vergleichen. Prüfen Sie vor einer Zusage außerdem die Kündigungsfrist in Ihrem bisherigen Vertrag, und achten Sie darauf, dass die besprochenen Punkte im neuen Arbeitsvertrag stehen.


Die Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.